Dienstag, 11. Dezember 2012

Kanadische Zimtschnecken im Schnee

Anita hat nach Gastbeiträgen für den Cakefriday gerufen und da sind wir, die Kanada-Kuchen-Korrespondenten-Cousine nebst Anhang, also meine Wenigkeit. 

Wir sind für ein Jahr in Kanada und jetzt gerade für 4 Monate sesshaft. Da Lebensmittel ca. 35 km One Way von Zuhause entfernt und noch dazu wahnsinnig teuer sind, haben wir viel in Riesen-Spar-Paketen gekauft. So u.a. 10kg Mehl und 4 Kilo Zucker. Das will verbraucht werden! So entschloss ich mich einen schönen Samstages Zimtschnecken, also Cinnamon Buns zu backen. 
Gesagt getan, im Internet ein Rezept gefunden,
Mitbewohner-Chefkoch befragt, Ärmel hoch und losgelegt.

Es galt allerdings einige Hürden zu überwinden: keine Waage, keine ordentliche Schüssel, kein Mixer oder überhaupt auch nur ein teiggeeignetes Rührinstrument. Und verrückte Allergiker im Haus, für die sinnlose Schilder aufgestellt werden.


Gut, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. (Ich habe in der Not auch schon glasierte Möhrchen in einer zweckentfremdeten leeren Coladose auf dem Lagerfeuer gekocht! )


Ein alberner Plastikmassbecher, ein Kochtopf und eine ordinäre Gabel erfüllten den Zweck der Backutensilien einstweilen. Hefeteig will ja ohnehin ab einem bestimmten Stadium ( wenn alle Flüssigkeit vom Mehl aufgenommen ist) mit der Hand geknetet werden. Ach ja, die Hefe. Active dry yeast. Kleine Kügelchen, sehen aus wie Globuli in braun, wie der geneigte Homöopathiefreund sich vorstellen mag. Die Kügelchen habe ich also teelöffelweise ins Mehl gegeben und da blieben sie auch, kugelig. Das hier so genannte Testen der Hefe, oder eher gesagt den Vorteig, habe ich dezent übersprungen. Das habe ich aber erst 2 Stunden später gemerkt, als der Teig schön fröhlich aufgegangen war und ich beim nochmaligen Kneten einen Peelingeffekt bemerkte. Die Hefe-Kügelchen. Naja, ändern konnte ich es nimmer mehr und neu anfangen kam nicht in Frage. Ich ließ den Teig also weitergehen (Tschüsschen, bis dann), weiter gehen natürlich und kümmerte mich um die Füllung, die ich um Ahornsirup ergänzt habe. Wir sind ja schließlich in Kanada.



Ich walkte den Teig samt Hefepeeling aus, verteilte die köstliche Zucker-Zimt-Butter-Sirup-Masse darauf und rollte das ganze; dann rasch die Kanten mit Eigelb verklebt und den "Braten" in Scheiben geschnitten. Jetzt erst kam ich auf die Idee, das ganze Spektakel ja bei Schwiegercousine Anita's Cakefriday bloggen zu können. 

Erst einmal legte ich jedoch die 8 dicken Scheiben ordentlich nebeneinander in die gefettete Form (als wäre noch nicht genug Fett drin) und stellte 
sie zum weiteren gehen warm und zugluftsicher beiseite.

Nachdem das Gastbeitrags-Genehmigungsverfahren fix durch war, hatte auch der Teig seine Höchstform erreicht und ich schnappte Kamera, Utensilien und die Cinnamon Buns zur Fotosession. Als ich damit bepackt ins Haus zurück kam, kommentierte ein völlig geistesschwacher Mitbewohner: " hav' ya been snowboardin', ay?" Ja, genau, so machen wir das in der alten Welt, immer ein paar rohe Gebäckstücke dabei.

Und nun husch in den Ofen, noch schnell mit ( gestohlener) 
Sahne-Milch-Mischung besprenkelt und 30min Backen. Ich tigerte in der Küche herum, ein köstlicher Duft begann sich zu verbreiten und wie die Geier kamen die Gäste (wir arbeiten in einer Ski-Lodge) angekreist.


"Leider" mussten zumindest die unsympathischeren Gäste vor Ende der Garzeit zurück in den Skikurs. Tragisch. So ergab es sich, dass nur die netten Gäste in den Genuss des ersten Cinnamon Buns kamen. Unaufgefordert haben die dann aber noch ein bisschen geschwärmt, so dass nun anscheinend das Gerücht umgeht, man müsse sich zu einer bestimmten Zeit in der Küche aufhalten, dann gäbe es Frischgebackenes für alle. Ja, genau. Den Teufel gibt es!   

Insgesamt hat sich die Aktion auf zwei Tage verteilt, da ich nach dem Rollen feststellte, dass ich fast den Dienstbeginn verpasst hätte und die ganze Chose einfrieren musste!! 
Merke: Cinnamon Buns sind, zumindest vom Zeitaspekt her, nicht mal eben so gemacht. 

Der Aufwand lohnt sich aber, ein Gläschen Milch dazu und Ihr werdet bis auf weiteres nur noch zufriedenes Schmatzen hören.  

Und um noch ein bisschen kanadische Landschaft im Cakefriday 
unterbringen zu können,
ist eine glückliche Zimtschnecke
dann mit mir Snowboarden gegangen. 

Kommentare:

  1. Das blöde an der Kanada-Korrespondenz ist ja nur, dass ich gar nicht probieren kann ;)

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  2. Es sind 4 Stück eingefroren... Auf geht's , First Come First serve!

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