Sonntag, 10. Mai 2015

Goldtröpfchentorte

Es müssen ja nicht immer kitschige Herzen und aufwändige, klebrig süße Torten zum Muttertag sein. Die Goldtröpfchentorte ist im Prinzip ein relativ einfacher Käsekuchen - die Goldtropfen, die die Baisermasse oben drauf aber bildet, machen trotzdem etwas her.

Den Kuchen hat früher meine Mutter öfter gemacht, aber in den letzten Jahren ist er bei mir irgendwie in Vergessenheit geraten. Ich habe ihn allerdings gar nicht wegen Muttertag gemacht, sondern weil ich ein kleines Experiment vor hatte, bei dem ich Eischnee machen wollte. Beim letzten Kuchen hatte ich nicht genügend Eier zu Hause und habe mir von meiner Nachbarin welche geliehen. ich nutze zwar schon immer Bio-Eier, die hatte aber Demeter-Eier vom Hof in der Nähe.

Beim Schlagen des Eischnees ist mir dann aufgefallen, dass der viel fester und glänzender aussah. Da ich nicht sicher war, ob das an den besseren Eiern lag, habe ich direkt mehr davon gekauft und da ist mir auch die Goldtropfentorte wieder eingefallen.

Das Rezept habe ich von Dr. Oetker genommen und wieder etwas weniger Zucker genommen (ca. 120 gr). Beim Eischnee bin ich allerdings gar nicht so sicher, dass der nun viel besser war. Vielleicht liegt es ja am Alter? Habt Ihr solche Erfahrungen gemacht?

Wie gesagt ist der Kuchen ein recht einfacher Käsekuchen, der aus einer Teigschicht unten und einer Käsekuchenmasse besteht.



Nach dem Backen kommt dann eine Baiserschicht, also Eischnee mit Zucker oben drauf. Ich habe in verschiedenen Rezepten gelesen, dass man den Eischnee VOR dem Backen mit einer Nadel an mehreren Stellen einpieksen soll, manche sagen NACH dem Backen und wieder andere sagen, es reicht die Eischneemasse mit einem Löffel vor dem Backen hochzuziehen.

Ich habe einfach mal alles davon gemacht :)

So sah der Kuchen dann nach dem Backen aus. Von den Goldtropfen ist noch nichts zu sehen: 


Nach ca. 2 Stunden im Kühlschran hatten sich dann Tropfen gebildet :)


So sieht er dann angeschnitten aus: 


Und weil es so schön ist, hier noch eine Nahaufnahme der Tropfen:


Freitag, 24. April 2015

Laktosefreier Kirsch-Kakao-Kuchen

Meine Nachbarin hat heute Geburtstag und ich wollte einen einfachen Kuchen machen, der aber laktosefrei sein muss.

Eigentlich wollte ich gerne einen Schoko-Kirsch-Kuchen machen, dachte aber, dass Schokolade auch nicht geht. Mittlerweile habe ich erfahren, dass dunkle Schokolade kein Problem ist, wenn nichts mit Milcheiweiß usw. darauf steht, sondern Sojalecithin enthalten ist.

Da ich das wie gesagt erst später herausgefunden habe, habe ich die Schokolade lieber weggelassen und Kakao genommen. Während der Teig zubereitet wird, sollten 2 Gläser Kirschen schon einmal abtropfen, damit sie später nicht so im Teig versinken.

Für den Teig verrührt man einfach folgende Zutaten:

6 Eigelb
230 gr Pflanzenöl
300 gr Zucker (ich mag es ja nicht so süß. man kann also auch mehr nehmen, wenn man es süß mag)
400 gr Mehl
65 gr Kakao
1 Pck. Backpulver
150 gr gemahlene Mandeln
250 ml Wasser (oder (Soja-)Milch)

Dann werden die übrigen Eiweiß geschlagen und untergehoben. Das Ganze kommt dann auf Blech oder, wie bei mir, auf eine Blechspringform.

Dann die gut abgetropften Kirschen darauf verteilen und bei 180°C ca. 35 Minuten backen (Stäbchenprobe!), abkühlen lassen und nach Belieben mit Puderzucker bestreuen.



Da es ja ein Geburtstag war, habe ich noch ein paar Kerzen darauf getan, wurde aber vom Sohn direkt in der Tür schon darauf hingewiesen, dass seine Mutter ja gar nicht 6 wird ;)


Freitag, 17. April 2015

Rhabarberkuchen mit Frischkäse

Da geht man nichtsahnend duch den Supermarkt und was sieht man? Rhabarber! Da ich den total lecker finde, hab ich ihn direkt  gekauft und zu einem Kuchen verarbeitet.
Verpeilt wie ich gerade bin, habe ich natürlich die Eier vergessen, aber dank unserer Nachbarn und der tatkräftigen Legearbeit von Frieda, Flecki und Lenny war das Problem schnell gelöst.

Zunächst muss man den Rhabarber (ca. 700g) schälen, dann habe ich ihn in 1-2 cm lange Stücke geschnitten und mit 2 EL Vanillezucker eingelegt.

In der Zeit habe ich den Teig angerührt:

100g Butter, 80g Zucker (100g wenn man es süßer möchte) 1EL Vanillezucker und etwas geriebene Zitronenschale schaumig rühren und nach und nach 3 Eier dazu geben.

Dazu kommen dann 200g Frischkäse (ich habe fettreduzierten genommen wegen der Butter) und dann habe ich 200g Vollkornmehl mit einer Packung Backpulver vermischt und untergerührt. Da Vollkornmehl immer viel Flüssigkeit aufsaugt und der Teig immer dicker wird als mit weißem Mehl, gebe ich noch etwas Milch dazu bis der Teig eine cremige Konsistenz hat.

Dann habe ich ihn in eine Springform gefüllt, glatt gestrichen und die eingelegten Rhabarberstücke darauf verteilt und in den Teig gedrückt. Nach belieben können jetzt Mandelsplitter und/oder Haselnusssplitter darauf verteilt werden.



Bei 180°C wird der Kuchen 30-40 Minuten gebacken. Mein Kuchen war etwas länger im Ofen, weil ich den Knödel aus der Kita holen musste, also habe ich den Ofen nach 30 Minuten ausgeschaltet und den Kuchen bei Restwärme fertig gebacken.
Hat ihm aber auch nicht geschadet.
Wer möchte, kann den Kuchen nach dem auskühlen noch mit Puderzucker bestäuben.

Freitag, 3. April 2015

Möhrenkuchen im Glas - Backmischung

Ich bin ja eher skeptisch gegenüber Backmischungen. In den meisten Fällen kann man die trockenen Zutaten, die so eine Backmischung enthält selber viel schneller zusammen rühren - zumal Butter und Eier in der Regel eh noch eingearbeitet werden müssen.

Etwas anders sehe ich das bei Backmischungen im Glas. Die schön geschichteten Zutaten sehen im Glas toll aus und machen sich super als Geschenk. Letztes Ostern habe ich so Backmischung im Glas von meiner Schwägerin zu Ostern bekommen: Natürlich Möhrenkuchen.

Gekauft hat sie das hübsche Glas bei Löbke, die in ihrem Onlineshop noch viele weitere tolle Backmischungen im Glas haben. Toll finde ich, dass in den Mischungen auch Trockenfrüchte sind. Die sind ja im heimischen Backofen nicht ganz so schnell gemacht.

Mit ein paar eigenen Zutaten vermischt ist der Teig schnell angerührt und in die Kastenform gefüllt. Der Geschmack war unheimlich lecker, vielleicht hätte man den Teig aber noch etwas ziehen lassen sollen, denn die Möhrenstückchen schienen mir persönlich noch etwas hart.


Geschmacklich aber doch so lecker, dass ich es kaum geschafft habe, ein Foto vom angeschnittenen Kuchen zu machen ;)


Und wie oben schon gesagt: Diese hübsch geschichteten Gläser machen sich einfach toll als Geschenk. :)


Freitag, 27. März 2015

Mozartkugeltorte

Hallo aus dem wilden Westen!
Heute gibt es etwas für hardcore Schokoladen- und Marzipanliebhaber.

Um die Weihnachtszeit rum haben uns hier (USA) viele Care Pakete erreicht, die unglaubliche Leckereien bereit hielten. Einige davon sind sofort verdunstet, andere haben wir geschafft uns aufzuteilen und eine Sache habe ich aktiv vor taetlichen Uebergriffen beschuetzt: Mozartkugeln!

Ich hatte naemlich schon laenger ein Rezept im Blick, das ich gerne mal ausprobieren wollte. Ein paar der Zutaten standen ohnehin im Schrank, aber ein bisschen muss ich hier in den USA meistens doch improvisieren, wenn ich mit deutschen Rezepten arbeite.

Am Tag vorher habe ich fast dem Rezept entsprechend die Ganache angesetzt - also Schokolade in Sahne schmelzen lassen und einmal kurz aufgekocht. Da es hier keine Noisette Schokolade (wie im Rezept aufgelistet) aufzutreiben gab habe ich etwas Nougat aus dem Weihnachtspaket mit eingeruehrt. Das kommt dann ueber Nacht in den Kuehlschrank. Insgesamt hatte ich schon deutlich weniger Sahne verwendet als im Rezept angegeben (die Sahnebecher beinhalten hier ca 450ml statt der angegebenen 600ml), doch von der Masse hatte ich am Ende trotzdem noch reichlich uebrig... Wer fuer einen Geburstag oder eine groessere Feier backt, der koennte den Rest der Schokocreme zum Beispiel noch als Topping fuer Muffins verwenden.

Am naechsten Morgen ging es richtig an die Arbeit: Es wird ein gewoehnlicher Ruehrteig hergestellt. Vor eine kleine Herausforderung stellen mich hier immer wieder Rezepte mit gemahlenen Mandeln oder Haselnuessen, denn fertig gemahlene Nuesse konnte ich bisher nicht auftreiben. Nach einigen Experimenten verwende ich jetzt immer den Mixer zum Mahlen. Dabei muss man nur aufpassen, dass der Motor stets nur wenige Sekunden im Einsatz ist, da sonst zu viel Hitze entsteht. Dann würde nämlich den Mandeln oder Nuessen das Oel entzogen, was nicht nur zu einem unerwuenschten Ergebnis, sondern auch zu einer gewaltigen Sauerei im Mixbehaelter fuehrt.

Ist einmal der Teig glatt geruehrt (hier gab es keine Ueberraschungen - zuerst Margarine oder Butter mit Zucker schaumig ruehren, Eier dazu, dann portionsweise die trockenen Zutaten zugeben) wird die Haelfte des Teiges in eine runde Backform gegeben. Jetzt kommen die Mozartkugeln ins Spiel! Diese werden vorsichtig halbiert (ein bisschen Schwund ist immer) und dann auf den Teig gelegt. Mit dem restlichen Teig bedecken und ab in den vorgeheizten Backofen. Das Rezept spricht hier von 25-30 Minuten im vorgeheizten Ofen. Bekanntlich sind diese Angaben immer vom Ofen abhaengig, doch die Groesse der Backform spielt auch eine Rolle. Meine Form war relativ klein im Durchmesser, der Teig dafuer relativ dick und hat locker 1 Stunde im Ofen gesessen, bis die Staebchenprobe gruenes Licht ergab.

Nun ist wieder Zeit fuer eine Pause - in unserem Fall fuer einen Besuch im nahe gelegenen Fontenelle Forest.




Waehrend wir spazieren waren hatte der Kuchen Zeit zum abkuehlen, so dass ich zuhause nur das Fondant vom Vortag aus dem Kuehlschrank nehmen und einmal mit dem Handruehgeraet schoen schaumig ruehren musste. Es entstand eine sehr schokoladige Creme, mit der der Kuchen ganz einfach von allen Seiten kraeftig eingekleistert werden kann.

Die vorletzte Herausfoderung: Marzipandecke.
Marzipan laesst sich hier zwar mit etwas Suchen auftreiben, aber ist sehr teuer, falls ueberhaupt vorhanden. Was es aber immer gibt ist Almond Paste - Mandelpaste.
Diese Mandelpaste kommt dem Marzipan schon sehr nah, enthaelt aber halt fast nur Mandeln und sehr wenig Zucker. Um es etwas weniger nussig und mehr marzipanig schmecken zu lassen werden einige Essloeffel Puderzucker eingeknetet. Um das ganze geschmeidiger zu machen habe ich etwa einen Essloeffel Ahornsirup eingearbeitet. Und schon kann die Marzipandecke ausgerollt werden!


Das ist gar nicht so schwer, wenn man die Arbeitsplatte ein wenig mit Puderzucker bestaeubt und auch den Marzipanbrocken von aussen einpudert. Zum Transport von der Arbeitsplatte auf die Torte habe ich die Marzipanschicht locker ueber das Nudelholz gerollt und es dann direkt ueber der Torte wieder entrollt. Wer ein wenig Erfahrung mit Fondant hat sollte bei diesem Schritt keine Schwierigkeiten haben.

Und siehe da! Fast alle Arbeitsschritte sind erledigt. Dennoch hielt diese Torte eine Ueberraschung fuer mich bereit: Zum Schluss wird das Prachtstueck mit Kuvertuere ueberzogen und mit halbierten Mozartkugeln garniert. Ich habe ewig nicht mit Kuvertuere gearbeitet, aber hielt diesen Schritt nicht fuer besonders schwierig, wenn man erst einmal daran gedacht hat, auch Kuvertuere auf die Einkaufsliste zu schreiben. Ich arbeite nur ganz selten mit dieser Art Glasur und habe sie in den USA ueberhaupt noch nicht verwendet, daher dachte ich, dass Chocolate Candy Coating das gleiche Produkt sei.
Ist sie auch ungefaehr: Gleiche Vorsicht ist geboten beim Erhitzen der Masse. Zu viel Hitze karamelsiert den enthaltenen Zucker und bindet die Masse mehr oder weniger zu einem festen Klotz. Ich spreche aus Erfahrung. Empfohlen wird daher, die Kuvertuere im Wasserbad zu schmelzen.
Wenn einmal eine schoen glaenzende Schoki-Fluessigkeit entstanden ist kann diese ganz einfach auf dem Kuchen (in meinem Fall auf der Marzipanoberflaeche) verteilt und mit einem Loeffel oder Teigschaber gleichmaessig verstrichen werden.

Der Teil mit "gleichmaessig" blieb bei mir leider pure Theorie, denn wo die Schokoladenkuvertuere, die ich aus Deuschland kenne, immer ein Weilchen bis zum Aushaerten braucht verwandelte sich das Chocolate Candy Coating schon innerhalb von Sekunden in Schokoladenasphalt. Ich habe es gerade noch hinbekommen, die Torte mehr oder weniger zu bestreichen.

Zum Glueck hatte ich die Mozartkugeln schon vorbereitet neben mir liegen (beim Halbieren wirklich vorsichtig arbeiten, da sonst die Schokolade abplatzt). Um sie noch anzukleben musste ich dann aber den Rest vom Candy Coating nochmal ganz vorsichtig erhitzen und als Klebstoff verwenden.

Unsere Marzipan- und Schokoladensucht ist jetzt definitiv fuer eine Weile befriedigt! Lecker!










Samstag, 21. März 2015

Low Carb Schokomuffins mit Süßkartoffel

Hier auf dem Blog gab es ja vor rund zwei Jahren eine längere Pause, da ich eine Protein Diät gemacht haben. Die bedeutete, dass ich keine Kohlenhydrate und kein Fett gegessen haben - und die paar Desserts und Kuchen ohne Zucker, Butter und Mehl, die ich ausprobiert habe, waren nicht gerade der Knaller. Ich habe aber damals 28 Kilo abgenommen. Es hat sich also gelohnt ;)

Wie man an den Einträgen hier im Bog sieht, ist die Diät an sich vorbei, aber ich und auch mein Mann achten noch sehr auf eine Low Carb Ernährung. Wenn es mal Schokolade gab, dann haben wir die mit 85% genommen. Aber auch auf Kuchen möchte mein Mann nicht ganz verzichten. Ich habe also angefangen mit Low Carb Rezepten zu experimentieren (und freue mich auch immer über Neue ;)).

Ein Rezept, das wir nun schon öfter gemacht haben sind Low Carb Muffins aus Süßkartoffeln. Die kommen zwar auch nicht an richtige Schokoladenmuffins ran, sind aber vergleichsweise lecker. Und wenn man ansonsten auf Zuckerentzug ist, dann sind sie doch eine willkommene Abwechslung.


Für die süße Low Carb Küche braucht man allerdings ein paar (teure) Spezialzutaten, die wir aber seit der Diät standardmäßig im Haus haben: Statt Weizenmehl kommt Mandelmehl in die Muffins. Das ist noch stärker entölt, als gemahlene Mandeln und hat einen wirklich saftigen Preis. Ansonsten haben wir immer Proteinpulver im Schrank, das auch für die Shakes im Fitnessstudio verwendet wird. Die gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, bei uns steht aber in der Regel Schokolade oder Vanille im Schrank.

Zuerst wird 1 große Süßkartoffel geschält und fest in Alufolie eingepackt im Backofen weich gebacken. Man sollte auf jeden Fall etwas darunter legen, da sie eine ölige Flüssigkeit verliert, die im Ofen sehr fiese Flecken machen kann. Die weiche Süßkartoffel püriere ich dann immer mit dem Mixer.

Dann werden 3 Eier, 120 gr. Mandelmehl, 120 gr. Eiweißpulver, 1 TL Backpulver, 2-3 EL (stark entöltes) Kakaopulver, eine Prise Salz und etwas Zimt untergerührt. Nach Belieben können auch noch Schokoladenstücke untergerührt werden.

Der Teig wird eher fest und muss in die Muffinformen gedrückt werden. Er geht auch nicht ganz so gut auf, wie bei richtigen Muffins, deswegen können die Formen ruhig recht voll gefüllt werden. Die Muffins kommen dann für ca. 15-20 Minuten in den Ofen. Oben sollen sie etwas dunkel sein.